{"id":6680,"date":"2020-11-07T23:40:00","date_gmt":"2020-11-07T22:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/munterwegs.org\/unterwegs\/?p=6680"},"modified":"2024-02-28T15:42:14","modified_gmt":"2024-02-28T14:42:14","slug":"2020-11-07-pilatuskette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/munterwegs.org\/unterwegs\/?p=6680","title":{"rendered":"2020-11-07 Pilatuskette"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Hoch und nie wieder runter! Ist einmal der Pilatus Kulm erreicht, geht es endlos hin\u00fcber zu Tomlishorn, Widderfeld, Mittagg\u00fcpfi und bis zum Risetestock, bevor man nach Gfellen absteigt. Mit dem Abstieg nach Klimsen l\u00e4sst sich der Alte Tomliweg einbauen, und selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4sst sich das Widderfeld von S\u00fcden her \u00fcber das Stollenloch erreichen. Das ganze zieht sich \u00fcber rund 20km und weit \u00fcber 3&#8217;000Hm hoch und 600 weniger hinunter. Belaufbarkeit bis zum Widderfeld interessantes B2, von dort durchgehend fl\u00fcssiges B1. Ein einziger, langw\u00e4hrender Hochgenuss im Sp\u00e4therbst, auf dem kein Meter eint\u00f6nig ist. Eine der ganz grossen Trailtouren um den Vierwaldst\u00e4ttersee!<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen steige ich in Stansstad aus dem ersten Zug und trotte \u00fcber die Achereggbr\u00fccke. Wie oft bin ich schon auf der Autobahn dar\u00fcber gefahren und habe vor der Einfahrt in den Loppertunnel zum Kapellchen auf der steilen Wiesenhang empor geschaut! Endlich werde ich heute einmal dort vorbeigehen! Steil ist gleich richtige das Stichwort, denn wenn der Weg nicht gerade kurz hin\u00fcber zur n\u00e4chsten Flanke verl\u00e4uft, geht es 400Hm ziemlich unerbittlich hoch zum Lopper. Von dort f\u00fchrt eine lange Traverse entlang der Gratkante im lichten Wald zum 100Hm h\u00f6her gelegenen Haslihorn. Der Abstieg dahinter ist recht r\u00e4ss, und es sind sogar einige Fixseile zwischen B\u00e4umen gespannt. Dank der trockenen Witterung ben\u00f6tige ich sie jedoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Kilometer weiter gelangt man zum Renggpass und folgt dem gut unterhaltenen Weg  zur Tellenfadl\u00fccke. Ich erinnere mich nicht mehr genau, auf welchem Weg ich ich das Windegg erreicht habe. Sicher f\u00fchrt der Weg horizontal durch den Steigliwald, und kurz vor dem St\u00e4feli bei Ober Steigli kann man scharf nach rechts abzweigen und \u00fcber ein sehr steiles Wiesenbord hochsteigen. Mir scheint es jedoch ebenso plausibel, auf den Umweg zu verzichten und stets dem Grat zu folgen. Wie gesagt, kann ich jedoch nicht mehr sagen, ob ich dort wirklich durch bin. Auf alle F\u00e4lle ist ab dort ist definitiv fertig mit horizontal. Der Gratweg bietet bis unters Steiglihorn herrliche Tiefblicke zu beiden Seiten. Dort schl\u00e4ngelt sich der Aufstieg durch die Ostflanke zum Rosenhorn hoch, von wo man zum Gipfelaufbau des Esels hin\u00fcber blickt. \u00dcber alpinen Rasen gelangt man zu dessen Fuss, von wo ein zunehmend steiler Pfad \u00fcber den wenig ausgepr\u00e4gten Ostgrat direkt auf den Gipfel f\u00fchrt. Im unteren Teil kraxelt man an Installation von Schweizer Telekom und\/oder Milit\u00e4r vorbei, und nur recht weit oben gibt es einen etwas ausgesetzten Spreizschritt zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am sp\u00e4ten Vormittag schwinge ich mich \u00fcber die Br\u00fcstung der Aussichtsplattform und w\u00fcrdige kurz das Panorama. Noch mehr interessiert mich jedoch die Aussicht auf eine Zwischenverpflegung im Saal des ehrw\u00fcrdigen <a href=\"https:\/\/www.pilatus.ch\/entdecken\/restaurants\/alle-restaurants\/restaurant-pilatus-kulm\">Restaurants Pilatus Kulm<\/a>. In gediegener Atmosph\u00e4re st\u00e4rke ich mich und trabe danach wieder los. Kurz aufs Oberhaupt hinauf, und zwischen Touristengruppe in den steilen Chriesiloch-Stollen hinab auf die Nordseite. Recht \u00fcberraschend steht man unten in einer Ger\u00f6llflanke, durch die man z\u00fcgig hinuntersurft. Dabei muss man allerdings auf die entgegenkommenden Massen achtgeben, die sich hoch m\u00fchen, denn an einem sonnigen Samstag im g\u00fcldenen Sp\u00e4therbst sind viele Wanderer unterwegs. Entsprechend ist die Klimsenkapelle zu dieser Tageszeit gut besucht, und ich bin froh, dass nur die wenigsten den kurzen Aufstieg aufs Klimsenhorn unter die F\u00fcsse nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hin\u00fcber zum Chastelendossen zieht sich der Weg durchs Ger\u00f6ll, das zunehmend vermoost ist, je n\u00e4her man dem m\u00e4chtigen Felsriff kommt. An dessem Fuss pl\u00e4tschert ein kleiner Brunnen und spendet nochmals eine k\u00fchle Erfrischung. Nach einem kurzen Abstecher auf den Gipfel, steige ich auf dem zunehmend schmaler werdenden Pfad zur abweisenden Nordwand des Tomlishorn hoch. Nur leicht ansteigend folgt der Alte Tomliweg einem Band entlang einer geologischen Falte quer durch die ganze Flanke. Der Weg ist gut begehbar, nur eine Passage ist mit Altschnee gef\u00fcllt, l\u00e4sst sich jedoch in der Randkluft gut \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alsbald erreiche ich die sonnige S\u00fcdwestflanke und steige kurz auf den Gipfel des Tomlishorn hoch, bevor ich der Gratkante entlang zum Gemsm\u00e4ttli d\u00fcse, wo der Bug des Widderfelds steil emporragt. Anstatt nach Norden wende ich mich diesmal gegen S\u00fcden und steige in auch wieder entlang einer geologischen Falte in der Balm unterhalb der kompakten Ostwand ab. H\u00f6hepunkt dieses Abstiegs sind zu einen die beiden exponierte Felsb\u00f6gen, die man \u00fcberschreitet, und zum anderen der geheime Stollen, der im Erdinnern in die S\u00fcdflanke leitet. Dort betritt man wieder eine andere Landschaft mit kargerem Bewuchs zwischen Felsb\u00e4ndern. Der Aufstieg aufs Gipfel ist einfach und bei den herrschenden Verh\u00e4ltnissen nichts anderes als eine Pracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem Widderfeld sind die technischen Herausforderung vor\u00fcber, und es geht nur noch an die Kondition. Der Weg hin\u00fcber zum Mittagg\u00fcpfi bietet perfektes Trailvergn\u00fcgen durch nordisch angehauchte Hochmoor- und Latschenumvegetation, gibt allerdings auch wieder 300Hm Ab- und 200Hm Aufstieg. \u00c4hnlich geht es zur St\u00e4feliflue hin\u00fcber, jedoch wartet bei der Tripolih\u00fctte eine freudige \u00dcberraschung in Form eines Getr\u00e4nkeausschanks. Ich labe mich an Cola und Wasser, bevor ich den langen Abschluss des Nachmittags unter die F\u00fcsse nehme. Nochmals 150Hm hoch und fast gleich viele wieder hinunter zum Blaue Tosse, nordseitig auf den Risetestock und dem Grat entlang wieder zur\u00fcck, bevor der Abstieg nach Mittlist H\u00fctte und Gfellen beginnt. Selbst der Weg durch den Wald und \u00fcber die Weiden bietet noch anregendes Laufgel\u00e4nde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoch und nie wieder runter! Ist einmal der Pilatus Kulm erreicht, geht es endlos hin\u00fcber zu Tomlishorn, Widderfeld, Mittagg\u00fcpfi und bis zum Risetestock, bevor man nach Gfellen absteigt. Mit dem Abstieg nach Klimsen l\u00e4sst sich der Alte Tomliweg einbauen, und selbstverst\u00e4ndlich l\u00e4sst sich das Widderfeld von S\u00fcden her \u00fcber das Stollenloch erreichen. 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