Hübscher, einsamer Direktaufstieg von Morteratsch zum NE-Grat, über den die gutgesicherte Senda da Diavel zum Gipfel führt. 1300Hm; unten B2, oben B3.
Vom Bahnhof Morteratsch dem Wanderweg entlang bis ca. 2170. Dort weglos und zunehmend mühsam durch Erlengeträuch zum Gratrücken. Dort lichtet sich das Gebüsch, und der weitere Aufstieg verläuft über attraktives Gelände. Die Stufe bei 2400 verlangt etwas Kraxelei. Piz Bernina & Co. grüssen stets über dem Morteratschtal. Der Aufstieg verläuft weglos und völlig einsam. Beim Lej Pers angekommen, bin ich überwältigt von der Lieblichkeit dieses versteckten Orts, den ich meiner Liste der attraktivsten Orte im Engadin einfüge. Endlich verstehe ich auch die Namensgebung des gleichnamigen Bergs. Sie liegt im “verlorenen” See begründet.
Nach der Querung zu den Lejs da las Collinas (“Hügelssen”) geht es auf die Senda da Diavel, den “Teufelssteig”. Tatsächlich muss man da gleich zünftig Hand anlegen, und die kettenversicherten Passagen geben dem Geschehen gleich etwas Würze. Ab etwa 2800 ist die Kraxel vorerst fertig, und das Gelände wird zunehmen hochalpin. Das Kraut wird weniger, das Geröll dafür mehr. Gegen den Schluss hin wird es noch einmal spannend, wenn man dem Grat von P.3165 zum Gipfel hin anfangs nordseitig und dann hauptsächlich der Schneide entlang folgt.
Vom Gipfel hinunter folgt man dem Wanderweg zu Kaffee und Kuchen auf der Diavolezza. Den Abstieg wähle ich zum Vadret Pers hinunter und zur Bovalhütte hinüber. Am nördlichen Rand des Morteratschgletschers gilt es zuerst, die unzähligen Randspalten zu überwinden, und danach im recht lebendigen Blockgeröll vom Gletscherrückgang zum Aufstiegspfad über die Moräne zu queren. Kurz vor Sonnenuntergang bin ich endlich auf der Hütte.

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